Ein Auszug aus “Die richtige Idee finden”

by Dirk Beckmann. Average Reading Time: about a minute.

Wer Neues schaffen will, muss Altes wegwerfen. Dazu gehören traditionelle Einstellungen und Handlungsmuster ebenso wie die Idee, die man gerade erst ausgearbeitet hat. Auch wenn das schwerfällt.

In einer Welt voller Ideen ist nicht mehr die einzelne Idee entscheidend, sondern der Prozess, mit dem die richtige ausgewählt wird. Ideen gibt es genug. Aber die Entwicklung von innovativen Produkten ist kein linearer Vorgang mehr, sondern das gemeinsame Durchlaufen von Iterationen, bis ein wirklich neues Ergebnis erzielt wird.

Jonathan Ive, Chef der Industriedesigner bei Apple, formuliert es so: »Das Team arbeitet immer wieder an neuen Modellen und Visualisierungen mit einem einzigen Ziel: Fehler an der Idee zu finden, um dann etwas Neues zu schaffen, das besser ist.«

Normalerweise entwickelt man bei Apple Features oder Designs nach dem 10–3–1-Prinzip. Zehn Teams starten mit zehn Ansätzen, bei denen sieben, wie Michael Lopp, ein ehemaliger Apple-Entwickler, unterstreicht, nicht nur dazu da sind, drei andere gut aussehen zu lassen. Nach verschiedenen sogenannten Design Review Meetings, in denen es nicht nur um Design, sondern auch die Machbarkeit geht und an denen alle relevanten Abteilungen der Firma teilnehmen, werden die drei stärksten Entwürfe weiterverfolgt. Sie werden teilweise über Monate verfeinert und verbessert, bis dann nach Meetings mit den ver- antwortlichen Senior-Managern die stärkste Lösung übrig bleibt.

Wer also glaubt, einfache Ideen muss man einfach haben irrt. Es ist mit großen Anstrengungen und Aufwand verbunden die richtige Idee zu finden. In einem gerade erschienen Artikel in Fortune (Link zur iPad App) kann man sehr anschaulich erfahren, wie Steve Jobs es geschafft hat, diese Kultur zu etablieren.